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Sichtbeton

Die moderne Architektensprache

Sichtbeton - Die moderne Architektensprache

Ob in kühne Höhen oder mit extremen Formen und Strukturen – die Visionen der Architekten zur Realisierung von Museen, Konzerthallen, Stadien oder Brücken stellen weltweit höchste Anforderungen an die Bauindustrie. In vielen Fällen ist Sichtbeton die moderne Lösung, sei es aus bautechnischen, wirtschaftlichen oder aus ästhetischen Gründen.

PERI bietet seinen Kunden in der Bauindustrie praktische Hilfe: Auswahl, Planung und Bereitstellung von Schalhaut und Schalungssystem, optimal auf das jeweils einzelne Bauvorhaben abgestimmt. Für jede Sichtbetonfläche die richtige Schalungslösung, von der Standard-Schalung bis zur Sonderanfertigung. Aus der intensiven Zusammenarbeit von Architekten, Bauausführenden und PERI Beratern entstehen so die besten Ergebnisse.

Sichtbeton - Die moderne Architektensprache
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Definition des Begriffs "Sichtbeton"


Münstertor

Sichtbeton hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Heute sind sichtbar bleibende Betonoberflächen als Stilmittel und Gestaltungsform moderner Architektur sehr gefragt.

Die Sichtbetonfläche ist der nach Fertigstellung sichtbare Teil des Betons, der die Merkmale der Gestaltung und der Herstellung erkennen lässt (Form, Textur, Farbe, Schalhaut, Fugen u. a.) und der die architektonische Wirkung eines Bauteils oder Bauwerks maßgebend bestimmt. Sichtbetonflächen können durch den Einsatz von besonderer Schalung, gezielter Betonzusammensetzung u. a. m. vielfältig gestaltet werden.

Um eine Sichtbetonfläche ausführen zu können, sind u. a. folgende Fragen zu klären:

  • Welche Qualitätsmerkmale soll die Sichtbetonfläche aufweisen?
  • Welche Anforderungen sind in der Ausschreibung vorzugeben?
  • Welche Anforderungen werden an die Schalung zur Gestaltung der Betonoberfläche gestellt?
  • Welche Anforderungen werden an Rezeptur, Herstellung und Verarbeitung des Betons gestellt?


Für die Sichtbetonflächen stehen folgende Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Schalungsabdruck (Schalhaut)
  • Oberflächenstruktur der Schalhaut
  • Befestigung der Schalhaut
  • Raster- und Fugenausbildung der Schalhaut
  • Raster und Ausbildung der Ankerstellen
  • Besondere Betonrezeptur
  • Auswahl des Zementes, der Zuschlagstoffkörnung und -farbe,
  • Betonzusatzstoffe u. a. m.
  • Anstriche durch deckende oder lasierende Farben auf der Betonoberfläche
  • Farbzusätze im Beton ergeben einen durchgefärbten Beton


Nachträgliche Oberflächenbearbeitung durch:
 

  • Waschen
  • Spalten
  • Spitzen
  • Stocken
  • Scharnieren
  • Sandstrahlen
  • Absäuern
  • Schleifen
  • Polieren
  • Flammstrahlen
  • Walzen
  • Glätten
  • Besenstrich

Das Sichtbeton-Team


Bei einem Bauwerk/Bauteil mit Anforderungen an die Betonoberfläche ist eine koordinierte Zusammenarbeit aller an der Planung und Ausführung beteiligten Partner unerlässlich.

Die Vorstellungen und Anforderungen des Planers und des Bauherren müssen mit dem bei der Ausführung Machbaren übereinstimmen. Ergänzend zum vertraglichen und rechtlichen Rahmen ist der Planer gut beraten, wenn er seine Vorstellungen im Rahmen eines Sichtbeton-Teams mit den ausführenden Fachleuten abstimmt.

Natürlich sind i. d. R. in der Planungsphase die Leistungen noch nicht vergeben und damit die Ausführenden nicht endgültig bestimmt. Es können, z. B. mit kompetenten Fachfirmen, Beratungsvereinbarungen abgeschlossen werden (z. B. mit Schalungs- und Schalhautherstellern).

Mit einem in der Bauausführung von Sichtbetonbauteilen erfahrenen Ingenieurbüro kann ein Beratervertrag abgeschlossen werden. Dieses Ingenieurbüro übernimmt dann die Rolle des Sichtbetonkoordinators im nachfolgend dargestellten Sichtbeton-Team. Die Partner sollten in einem Sichtbeton-Team zusammenarbeiten.


Planung


Bauherr

Gibt seine Wünsche für das Bauwerk / Bauteil sowie den finanziellen Rahmen vor.

Architekt

Erarbeitet aus den Vorgaben des Bauherren den Entwurf für das Bauwerk / Bauteil und definiert die Anforderungen an die Betonoberfläche.

Tragwerksplaner

Berechnet die ausführbare, tragende Konstruktion und erstellt die Ausführungspläne, bei SB 3 und SB 4 die Schalpläne idealerweise inkl. sämtlicher Informationen, die zur Erstellung der Kubatur im Rohbau notwendig sind. Das sind: Arbeitsfugen, Ankerraster, Schalhautstöße, Einbauteile und Aussparungen jeder Größe (also auch Lichtschalter, Steckdosen etc.) für Wände und Decken.


Ausführung

 

Bauunternehmen

Hat das vom Bauherren gewünschte Bauwerk, entsprechend dem Entwurf, der Konstruktion und mit dem vereinbarten Preis, zu erstellen. Er bedient sich u. a. folgender Kooperationspartner:

Schalungsanbieter

Plant nach den Vorgaben des Projektes die Schalung mit:

  • Auswahl des Schalungssystems und der Schalungshaut
  • Fugenanordnung und -ausbildung, sofern vom Planer nicht vorgegeben
  • Ankerraster und -ausbildung, sofern vom Planer nicht vorgegeben
  • Liefert die Schalung entsprechend der getroffenen Liefervereinbarung.

Betonlieferant

Liefert einen Beton, der für das beschriebene Bauwerk / Bauteil die erforderlichen Eigenschaften hat.


Überwachung


Betoningenieur

  • Hat die notwendigen Kenntnisse über den Baustoff Beton bezüglich Zusammensetzung, Herstellung, Verarbeitung und Prüfung
  • Sorgt für und überwacht einen materialgerechten und technisch machbaren Einsatz des Baustoffes Beton und wählt geeignete Betonsorten aus
  • Sorgt für und überwacht die sorgfältige Betonverarbeitung mit einem ausreichenden und geeigneten Schutz bis zum genügenden Erhärten (Nachbehandlung)

Sichtbetonkoordinator

  • Ist der Kopf des Sichtbeton-Teams und koordinierend zwischen den Partnern tätig
  • Begleitet und kontrolliert alle Planungs- und Ausführungsphasen, u. a. Mängel und fehlende Angaben in der Planung und Leistungsbeschreibung
  • Empfiehlt dem Bauunternehmen / Schalungsanbieter die geeignete Schalung und Schalhaut
  • Prüft das Bauteil und die Bewehrung auf Betonierbarkeit

Die Rolle des Sichtbetonkoordinators kann sinnvoll mit der des Betoningenieurs kombiniert und von einem erfahrenen Ingenieurbüro übernommen werden. Der Bauherr sollte deshalb ein derartiges Büro mit dieser Aufgabe beauftragen. Leider fehlt auf den meisten Sichtbetonbaustellen der Sichtbetonkoordinator und damit geht die fachliche Verbindung zwischen Planung und Ausführung weitestgehend verloren. In der Folge kommt es zu den bekannten Problemen und zu Differenzen zwischen den Vorstellungen der Bauherrschaft, des Architekten und denen der Bauunternehmung, besonders bezüglich Qualität und Kosten.


PERI - der kompetente Partner im Sichtbeton-Team

Bei der Auswahl des geeigneten Schalungssystems und der Schalhaut werden die Architekten von unseren Fachingenieuren kompetent beraten. Dazu gehörende Detaillösungen, die sich auch auf die Sichtbetonvorstellungen des Architekten auswirken, werden dabei mit unterbreitet.

Beratung

Bei der Auswahl des geeigneten Schalungssystems und der Schalhaut werden die Architekten von unseren Fachingenieuren kompetent beraten. Dazu gehörende Detaillösungen, die sich auch auf die Sichtbetonvorstellungen des Architekten auswirken, werden dabei mit unterbreitet.

Bauunternehmen werden von uns bei der Erarbeitung von Schalungsangeboten bereits in der Submissionsphase fachlich unterstützt.

Erhält das Bauunternehmen den Zuschlag, unterbreiten wir ein Angebot, welches die geforderten Sichtbetonanforderungen an die Schalung erfüllt. Dabei sind wir, unter Einbeziehung von Systemgeräten aus dem Mietpark, in der Lage, kostengünstige Lösungen anzubieten, welche die geforderten Qualitätsansprüche erfüllen können.

Im Auftragsfall erstellen wir die komplette Planung der Schalung sowohl für die Vormontage als auch für die Ausführung auf der Baustelle. Bei Bedarf wird die Planung durch erforderliche Montagezeichnungen und statische Berechnungen ergänzt.

Schalungsplanung

Im Auftragsfall erstellen wir die komplette Planung der Schalung sowohl für die Vormontage als auch für die Ausführung auf der Baustelle. Bei Bedarf wird die Planung durch erforderliche Montagezeichnungen und statische Berechnungen ergänzt.

Besonders bei geometrisch komplizierten Formen können die Wünsche des Architekten oftmals nur mit selbst verdichtenden bzw. leicht verdichtbaren Betonen realisiert werden. Die hierbei auftretenden höheren Frischbetondrücke werden nach Vorgabe durch die bauausführende Firma bei der Schalungsplanung berücksichtigt.

Hier gibt die Neufassung der DIN 18218 realistische Lastannahmen, die eine wirtschaftliche Schalungslösung erlauben.

In der PERI Schalungsmontage werden die Schalungselemente projektbezogen und in transportierbaren Einheiten vorgefertigt. Auf Wunsch wird auch der termingerechte Transport zur Baustelle organisiert.

Vormontage

In der PERI Schalungsmontage werden die Schalungselemente projektbezogen und in transportierbaren Einheiten vorgefertigt. Auf Wunsch wird auch der termingerechte Transport zur Baustelle organisiert.

 

Um den Schalungseinsatz von Anfang an effizient zu gestalten, wird das Baustellenpersonal von erfahrenen PERI Richtmeistern eingewiesen und angeleitet.

Baustellenbetreuung

Um den Schalungseinsatz von Anfang an effizient zu gestalten, wird das Baustellenpersonal von erfahrenen PERI Richtmeistern eingewiesen und angeleitet.


 

Auch bei Sichtbetonschalungen steht der bewährte PERI Miet- und Lieferservice zur Verfügung.

Miet- und Lieferservice

Auch bei Sichtbetonschalungen steht der bewährte PERI Miet- und Lieferservice zur Verfügung.


 

Selbst die Materialrücknahme ist kundenorientiert gelöst. So lässt sich die Demontage und die Reinigung des Schalungsgerätes in den PERI Logistikzentren zu kostengünstigen Konditionen vereinbaren.

Baustellenabschluss

Selbst die Materialrücknahme ist kundenorientiert gelöst. So lässt sich die Demontage und die Reinigung des Schalungsgerätes in den PERI Logistikzentren zu kostengünstigen Konditionen vereinbaren.

 

Grundlagen der Planung und Ausführung von Sichtbetonbauteilen

Grundlagen der Planung und Ausführung von Sichtbetonbauteilen
Grundlagen der Planung und Ausführung von Sichtbetonbauteilen

Definition der 4 Sichtbetonklassen


SB 1

  • Betonflächen mit geringen gestalterischen Anforderungen (z. B.: Kellerwände oder Bereiche mit vorwiegend gewerblicher Nutzung)

SB 2

  • Betonflächen mit normalen gestalterischen Anforderungen (z. B.: Treppenhausräume, Stützwände)

 

SB 3

  • Betonflächen mit hohen gestalterischen Anforderungen (z. B.: Fassaden im Hochbau)


 

SB 4

  • Betonflächen mit besonders hoher gestalterischer Bedeutung (z. B.: repräsentative Bauteile im Hochbau)

Erläuterungen zu den Kriterien aus der Sicht der Schalung: Textur, Schalelementstoß


T1

  • In den Schalelementstößen austretender Zement/Feinmörtel bis ca. 20 mm Breite und ca. 10 mm Tiefe zulässig.
  • Rahmenabdruck des Schalelementes zugelassen.





     

Für diese Anforderungen sind alle Systemschalungen, die den Qualitätskriterien der „GSV Richtlinie Qualitätskriterien von Mietschalungen“ entsprechen, bei sachgemäßem Einsatz anwendbar. Eine zusätzliche Abdichtung der Schalhaut- und Schalelementfugen ist nicht erforderlich. Die Schalhautklasse ist gesondert zu bewerten.







 

T2

  • In den Schalelementstößen austretender Zementleim/Feinmörtel bis ca. 10 mm Breite und ca. 5 mm Tiefe zulässig.
  • Versatz der Elementstöße bis ca. 5 mm zulässig.
  • Höhe verbleibender Grate bis ca. 5 mm zulässig.
  • Rahmenabdruck des Schalelementes zugelassen.

     

Für diese Anforderungen sind alle Systemschalungen, die den Qualitätskriterien der „GSV Richtlinie Qualitätskriterien von Mietschalungen“ entsprechen, bei sachgemäßem Einsatz anwendbar. Auf einen ordnungsgemäßen Elementschluss in den Fugen ist besonders zu achten. Eine zusätzliche Abdichtung ist in der Regel nicht erforderlich. Der Beton muss ein gutes Wasserhaltevermögen besitzen und darf nicht zum Bluten neigen. Die Schalhautklasse ist gesondert zu bewerten.



 

T3

  • Glatte, geschlossene und weitgehend einheitliche Betonfläche.
  • In den Schalelementstößen austretender Zementleim/Feinmörtel bis ca. 3 mm Breite zulässig.
  • Feine, technisch unvermeidbare Grate bis ca. 3 mm zulässig.
  • Weitere Anforderungen (z. B. an Ankerausbildung, Schalungshautstöße, Konenverschlüsse) sind detailliert festzulegen.

Der Einsatz von Rahmenschalungen ist nur möglich, wenn der Rahmenabdruck auf der Betonoberfläche ausdrücklich gestattet ist. Bei der Trägerschalung stößt die Schalhaut direkt aneinander. Eine zusätzliche Fugendichtung im Elementstoß durch Dichtungsbänder oder ähnliches Material muss bei T3 empfohlen werden, ist jedoch von der Kantengenauigkeit der Schalhaut abhängig. Diese Arbeit ist eine zusätzliche Leistung und entsprechend zu vereinbaren und zu vergüten. Der Beton muss ein gutes Wasserhaltevermögen besitzen und darf nicht zum Bluten neigen. Die Schalhautklasse ist gesondert zu bewerten.

Farbtongleichmäßigkeit


Die Schalhaut hat bei ordnungsgemäßer Qualität nur einen geringen Einfluss auf die Farbtongleichheit der Betonoberfläche.

Einen Einfluss hat die Saugfähigkeit der Schalhaut. Je saugfähiger die Schalhaut, umso dunkler fällt der Farbton des Betons aus. Bei Holzoberflächen ohne Beschichtung zeichnet sich die Maserung durch das unterschiedliche Saugen von Früh- und Spätholz sowie von Hirnholz (Äste) ab. Phenolharzbefilmte Platten haben ein sehr schwaches Saugverhalten. Mit steigender Einsatzzahl verstärkt sich jedoch das Saugverhalten, so dass hierbei die Betonoberfläche zunehmend dunkler ausfällt. Platten mit einer Polypropylenbeschichtung bzw. Vollkunststoffplatten haben kein Saugverhalten. Damit tritt bei diesen Materialien mit steigen der Einsatzzahl keine Farbveränderung der Betonoberfläche ein, die von der Schalhaut verursacht ist.

Die Rauigkeit der Schalhaut hat Einfluss auf das Fließverhalten der Betonfeinstteile und Wasser auf der Schalhautoberfläche. Glatte Oberflächen begünstigen die Bildung von Schleppwassereffekten auf der Betonoberfläche. Gegebenenfalls ist hier die Betonzusammensetzung zu verändern.

Verschmutzungen auf der Schalhautoberfläche können durch ein klebendes oder überdosiertes Trennmittel stärker haften und zu Verfärbungen auf der Betonoberfläche führen.
Mit steigenden Anforderungen an die Betonoberfläche ist daher die Schalhaut sorgfältig zu reinigen und bis zum Betoneinbau zu schützen.

Einfluss des Trennmittels: Auswirkungen des Trennmittels auf die Farbtongleichmäßigkeit der Betonoberfläche siehe Abschnitt 7 (siehe Praxishandbuch) Trennmittel.

Ebenheit


Sichtbeton

Die Ebenheitsanforderungen nach DIN 18202:2013-04, Tabelle 3, Zeile 5 und 6 (siehe Praxishandbuch), sind bei sachgemäßem Einsatz des Schalmaterials und Einhalten des vorgegebenen Frischbetondrucks ohne erhöhten Aufwand erreichbar.

Höhere Ebenheitsanforderungen sind gesondert zu vereinbaren. Erforderliche Aufwendungen hierfür sind vom Auftraggeber detailliert festzulegen.

Hinweis:
Höhere Ebenheitsanforderungen, z. B. Zeile 7 (siehe Praxishandbuch), sind technisch nicht zielsicher erfüllbar.

Im Einzelfall sind Maßnahmen in Abhängigkeit des gewählten Schalungs- und Schalhautsystems festzulegen und die möglichen Toleranzen, z. B. bei Wandschalungen

  • aus Quellen und Schwinden der Schalhaut,
  • aus dem Schalungssystem (Fertigungs- und Montagetoleranzen),
  • aus dem Ankersystem (Ankerdehnung),
  • aus dem Messsystem,
  • aus Montagetoleranzen auf der Baustelle,
  • aus der Verringerung der Schalhautsteifigkeit durch Zunahme der Plattenfeuchtigkeit u. a. m.

abzuschätzen und Grenzwerte oder Zusatzmaßnahmen festzulegen.

In der Regel werden besondere Anforderungen an den Versatz am Stoß der Schalhaut bzw. der Schalelemente gestellt. Zu den Toleranzen der Schalhaut (siehe Praxishandbuch S. 28).

Arbeits- und Schalhautfugen


AF 1

  • Versatz der Flächen zwischen 2 Betonierabschnitten bis ca. 10 mm zulässig.
  • Diese Forderung ist mit allen PERI Systemschalungen bei sachgemäßer Anwendung ohne Zusatzmaßnahmen erreichbar.

AF 2

  • Versatz der Flächen zwischen 2 Betonierabschnitten bis ca. 10 mm zulässig.
  • Feinmörtelaustritt auf dem vorgehenden Betonierabschnitt muss rechtzeitig entfernt werden, Trapezleisten o. Ä. empfohlen.

Diese Forderung ist mit allen PERI Systemschalungen bei sachgemäßer Anwendung erreichbar. Besonderes Augenmerk ist auf die Anpressung der Schalung (durch die Schalungsanker, Stütze u. a. m.) des 2. Betonierabschnittes an den 1. Betonierabschnitt zu richten. Zusätzliche Abdichtungsstreifen sind nicht erforderlich. Mit einer Trapezleiste im 1. Betonierabschnitt wird ein scharfkantiger, gerader Fugenverlauf erreicht.

AF 3

  • Versatz der Flächen zwischen 2 Betonierabschnitten bis 5 mm zulässig.
  • Feinmörtelaustritt auf dem vorhergehenden Betonierabschnitt muss rechtzeitig entfernt werden.
  • Trapezleiste o. Ä. empfohlen.

Diese Forderung ist mit allen PERI Schalungssystemen bei sorgfältiger Planung und Ausführung besonders beim 2. Betonierabschnitt (Stützen- bzw. Ankeranordnung und anspannung, Beschränkung der Durchbiegung) erreichbar. Zusätzliche Abdichtungsstreifen (z. B. aus Moosgummi) werden empfohlen. Trapezleisten o. Ä. wie bei AF 2.

AF 4

  • Planung der Detailausführung erforderlich.
  • Versatz der Flächen zwischen 2 Betonierabschnitten bis ca. 5 mm zulässig.
  • Feinmörtelaustritt auf dem vorhergehenden Betonierabschnitt muss rechtzeitig entfernt werden.
  • Weitere Anforderungen (z. B. Ausbildung von Arbeits- und Schalhautfugen) sind detailliert festzulegen.

Auf der Grundlage der genannten Anforderungen an die Fuge sind diese in Abhängigkeit des gewählten Schalungssystems und der Schalhaut detailliert zu planen. Dabei ist besonders das Quell- und Schwindverhalten der Holzwerkstoffe (Schalhaut) zu beachten.

Porigkeit


Porigkeit

Die Porigkeit der Betonoberfläche ist von verschiedenen Faktoren abhängig. In Tabelle 2 des DBV-Merkblattes wird der Porenanteil einer Prüffläche von 0,50 x 0,50 m bewertet.

Dabei bleiben Poren Ø < 2 mm unberücksichtigt und Poren Ø > 15 mm sind ausgeschlossen.

Einflüsse aus der Schalhaut auf die Porigkeit der Betonoberfläche:

Beim Einsatz von Rüttelbeton

Beim Verdichten des Betons werden bei vertikalen bzw. geneigten Flächen mit Wasser oder Luft gefüllte Poren und Feinstteile zur Schalungsoberfläche hin bewegt. An der Betonoberfläche erhöht sich der Anteil an Luft- und Wasserporen. Bei einer nichtsaugenden Schalhaut wird kein Wasser aus dem Beton aufgenommen und die Poren werden auf der Betonoberfläche sichtbar. Mit steigender Saugfähigkeit der Schalhaut wird Wasser aus der Betonoberfläche durch die Schalhaut aufgenommen. Damit wird der Anteil der Wasserporen auf der Betonoberfläche reduziert.

Rauigkeit der Schalhaut und Klebrigkeit des Trennmittels

Je geringer die Rauigkeit der Schalhaut und die Klebrigkeit des Trennmittels sind (sehr dünner Film eines schnelltrocknenden Trennmittels), umso weniger haften die Poren an der Schalhautoberfläche und steigen leichter nach oben. Um diesen Effekt auszunutzen, sind beim Betonieren von Sichtbetonwänden Schüttlagen geringer Höhe (0,30 m bis 0,50 m) einzuhalten und die Betonverdichtung nach DIN 4235-1:1978-12 Teil 2 und Teil 4, Ausgabedatum 1978-12, vorzunehmen.

Leicht verdichtbarer (F5 und F6) und selbstverdichtender Beton (SVB)

Durch die fehlende Verdichtungsarbeit, die beim Rütteln entstünde, werden die Poren sowie die Feinstteile nicht zur Schalungsoberfläche hin bewegt. Der Porenanteil ist dadurch auf der Betonoberfläche nicht erhöht.

Die Saugfähigkeit der Schalhaut hat den gleichen Einfluss wie bei Rüttelbeton. Der Einfluss der Rauigkeit der Schalhaut sowie der Klebrigkeit des Trennmittels hat keine messbare Bedeutung.

Schalhautklassen


Schalungshautklasse SHK 1

Schalhaut und Systemschalungen aus dem Mietpark, die der „Richtlinie Qualitätskriterien von Mietschalungen“ des Güteschutzverbandes Betonschalungen e. V. entsprechen, können für diese Schalungshautklasse bedenkenlos eingesetzt werden.

Schalungshautklasse SHK 2

Schalhaut und Systemschalungen aus dem Mietpark, die der „Richtlinie Qualitätskriterien von Mietschalung“ des Güteschutzverbandes Betonschalungen e. V. entsprechen, können für diese Schalungshautklasse bedenkenlos eingesetzt werden. Einzelne Elemente mit Beschädigungen durch Innenrüttler bzw. starke Kratzer sind gegebenenfalls zu reparieren bzw. die Schalungshaut auszutauschen. Bei phenolharzbefilmten Platten, z. B. Fin-Ply, kann durch den unterschiedlichen Einsatzgrad der Elemente der Beton im Farbton unterschiedlich ausfallen.

Schalungshautklasse SHK 3

Beim Einsatz von Systemschalungen aus dem Mietpark sind Elemente mit neuer, unbeschädigter Schalhaut einzusetzen. Beim Einsatz von Rahmenschalungen mit der Forderung an Textur ist zu prüfen, ob der Rahmenabdruck der Elemente toleriert wird.

Objektbezogen zugerichtete Schalelemente (Standardelemente oder speziell abgebundene Elemente) aus Systemteilen mit neuer Schalhaut erfüllen bei sachgemäßer Ausführung die Anforderungen der SHK 3.

Anmerkung: Wie lange eine Schalung für die jeweils vorgegebene Sichtbetonoberfläche eingesetzt werden kann, ist auf der Baustelle vor jedem weiteren Einsatz zu überprüfen.

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PERI Ansprechpartner für Sichtbeton

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PERI Projektbeispiele

Sichtbeton hat in den zurückliegenden 60 Jahren einen bemerkenswerten Wandel durchlaufen. War Sichtbeton in den ersten 30 bis 40 Jahren das Synonym für eine Materialschlacht bei oft tristen Großprojekten im Hoch- und Infrastrukturbau, wird in den letzten zwei Jahrzehnten sein enormes gestalterisches Potential sichtbar. Auch für PERI ist der Sichtbeton die Königsdisziplin im Betonbau. Denn er ist die Nagelprobe, was im heutigen Bauen entstehen kann, wenn alle Projektbeteiligten sich als gemeinsame Verfechter für eine qualitätsvolle Architektur verstehen. Umso verpflichtender empfinden wir es, dass bei einer Vielzahl von internationalen Sichtbetonbauten die Wahl auf die Technik und das Engineering von PERI fiel: im Hoch- und Kulturbau ebenso wie im Verkehrswegebau.